Traumatherapie

Unter einem Trauma verstehen wir eine tiefgreifende seelische Verletzung nach einer Gefährdung der Existenz (Überfall, Autounfall, Naturkatastrophe, Kriegs- oder Folteropfer, Vergewaltigung, häusliche Gewalt). Zunächst versuchen die Betroffenen, die Folgen des traumatischen Ereignisses mit den eigenen Ressourcen zu bewältigen. Gelingt ihnen das nicht, entsteht die traumatische Reaktion: unwillkürliche Gedanken und Erinnerungen an das Ereignis, Vermeidung von Aktivitäten und Orten, die mit dem Trauma verbunden sind, als Folge davon soziale Isolation oder Einschränkung des Alltags, Entstehung eines Gefühls der inneren Leere und Sinnlosigkeit, fehlende Lebensfreude und Vitalgefühle oder ein dauerhaftes Gefühl, unter Strom zu stehen.

Traumata haben Spätfolgen

Eine Traumareaktion entsteht aber nicht zwangsläufig unmittelbar nach dem Ereignis. Häufig schaffen es Betroffene, die Folgen eines Traumas zu verdrängen oder sich abzulenken. Bei fortgesetzten Traumatisierungen in einer Missbrauchs- oder Foltersituation kann es gar zu einer Aufspaltung der eigenen Identität kommen. Das heisst, dass wir unseren verletzten Teil nicht mehr bewusst wahrnehmen. So schaffen wir es, ohne seelischen Schmerz zu überleben. Die nicht bewussten Inhalte nehmen aber weiterhin Einfluss auf unser Leben, unsere Entscheidungen, Handlungen, Einstellungen.

Passiert später ein anderes folgenschweres Ereignis wie Scheidung, Arbeitslosigkeit, Verlust einer nahestehenden Person etc., kann es passieren, dass die bisherigen Bewältigungsmöglichkeiten nicht mehr funktionieren und die Betroffenen zunächst Symptome einer anderen Störung entwickeln. Das ist häufig der Fall, wenn die traumatischen Ereignisse weit zurück liegen wie zum Beispiel bei einem körperlichen, emotionalen oder sexuellen Missbrauchs in der Kindheit.

Eine Traumatherapie ist vielfältig. Es geht einerseits darum, den Inhalt des Traumas zu verarbeiten. Dazu setze ich häufig die die Eye Movement Integration Therapy (EMI), die Konfrontation und dem Focusing ein. Zusätzlich stärken wir in der Psychotherapie Ihre Bewältigungsmöglichkeiten für kommende Herausforderungen.

Eye Movement Integration Therapy

Die Eye Movement Integration Therapy (EMI) wurde von Connirae und Steve Andreas im Jahr 1989 entwickelt wurde. Sie ist eine Augenbewegungstherapie. Die EMI zeigte sich als eine sehr erfolgreiche und effektive Methode in der Traumabehandlung, in der Behandlung von einschneidenden Lebensereignissen sowie bei leidvollen und wiederkehrenden Erinnerungen wie Trauer, Krankheit, Unfall, sexuellen Missbrauch oder Phobien.

Die EMI besteht aus Folgen von durch den Therapeuten angegeleiteten, langsamen Augenbewegungen aus 21 Mustern. Dabei werden die Augenbewegeungen mit Wörtern oder Sätzen begleitet, welche gemeinsam mit den Betroffenen vorher herausgearbeitet werden. Diese Wörter sollen die traumatischen Erinnerungen hervorrufen. Dadurch werden traumatische Erinnerungen integriert, mit dem Ziel, das Leiden zu lindern bzw. die Belastung ganz zu beseitigen.

Die Wirksamkeit der Methode ist wissenschaftlich erwiesen. Der Wirkmechanismus geht auf biologische neuronale Prozesse im Gehirn zurück. Die traumatischen Ereignisse werden im Gehirn nämlich während des traumatischen Geschehens automatisch verarbeitet. Das kann kurzfristig das Leiden lindern, aber längerfristig die Betroffenen immer mehr belasten. Darum wird mit der EMI versucht, das traumatische Geschehen korrektiv ins Gehirn zu integrieren.

Eine EMI-Sitzung dauert 1¾ bis 2¼ Stunden. In der Regel wiederholen wir die Sitzung in 4 bis 7 Tagen. Danach folgen 10 bis 14 Tage Pause. Anschliessend besprechen wir die Erfahrungen und das weitere Vorgehen.

Nach dieser Traumabehandlung ist es häufig nötig, in einer Psychotherapie neue Strategien für den Alltag und für die Bewältigung von ähnlichen Ereignissen zu entwickeln.

Auskunft und Anmeldung:

Mail: tamcan@fsp-hin.ch
Telefon Mobil: +41313170430